PENNY-DEL (Wolfsburg/HG) In der erneut sehr gut gefüllten Wolfsburger Eis Arena kam es zum dritten Aufeinandertreffen in der Halbfinalserie zwischen den heimischen Grizzlys und den Red Bulls aus München. Wolfsburg stand heute schon mit dem Rücken zur Wand, denn München hatte seinen ersten Matchpuck. Welches der beiden Teams würde mit dem Druck besser zurechtkommen und als Sieger vom Eis gehen?
Schließlich bezwangen die Grizzlys Wolfsburg München erneut vor heimischem Publikum mit 3:2. Tyler Morley mit einem drei Punkte Spiel in einem leidenschaftlich geführten Match der Wolfsburger.
(Fotoquelle Citypress) München verzweifelte am bärenstarken Dustin Strahlmeier
Wolfsburg bot den Münchenern im letzten Match gut Paroli, musste sich aber in der Verlängerung knapp geschlagen geben, nachdem man noch in der regulären Spielzeit einen zwei Tore Rückstand bravourös aufholen konnte. Fauser stand heute wieder im Line-Up, verzichtete jedoch auf seine Ehrung zu seinem 700. DEL-Match, um den Fokus auf das Spiel zu lenken.
München legte zuletzt im Oberwiesenfeld einen Blitzstart hin dank des frühen Treffers durch den ehemaligen Wolfsburger DeSousa und ließ sich auch von den Comeback Qualitäten der VW-Städter nicht beeindrucken, um in der Serie mit 3:2 in Führung zu gehen. Heute wirkte Filip Varejcka wieder mit für die Bayern.
Schlitzohr Mingoia netzt ein
Für beide Mannschaften würde ein guter Start wichtig sein. Auf Seiten der Grizzlys war heute Tyler Morley wegen seines spielentscheidenden Fehlers in München sicher hochmotiviert, um seine Scharte wieder auszumerzen. München kam besser in die Partie und sorgte schnell für viel Unruhe vor Dustin Strahlmeier, der schnell auf Betriebstemperatur kam.
Nach überstandener Unterzahl erarbeitete sich Ortega die bis dato größte Chance, als die Scheibe auf das Tornetz trudelte. Geduld war heute bestimmt ein wesentlicher Faktor, um am Ende erfolgreich zu sein. Unfassbar, als drei Münchener auf den Wolfsburger Keeper losmarschierten und sich grandios durchkombinierten, doch Strahlmeiers linker Schoner verhinderte Schlimmeres. München verbuchte bisher ein Chancenplus in einem sehr intensiven Match. In der 18. Spielminute verwertete Trevor Mingoia eine perfekte Hereingabe von Archibald zur etwas überraschenden Führung, ein psychologisch idealer Zeitpunkt für so einen Playoff Treffer. Die Gäste waren zwar optisch tonangebend, doch Wolfsburg demonstrierte erneut seine hohe Effizienz.
Morley läßt München grübeln, Eder lässt seine Farben hoffen, doch Pfohl bleibt eiskalt
Zu Beginn des Mittelabschnitts hatten die Hausherren schon wieder den genialen Moment, als Unglücksrabe Tyler Morley das Zuspiel von außen perfekt in die Maschen abfälschte. Einen besseren und effektiveren Start hätte sich Headcoach Mike Stewart nicht wünschen können. Nun war München gefordert, die richtigen Antworten zu geben. Die Red Bulls antworteten mit wütenden Vorstößen, doch Dustin Strahlmeier hielt seinen Kasten gewohnt sauber und schien unüberwindbar zu sein, weil er kaum Rebounds verursachte.
München lag bei den Torschüssen zwar deutlich in Front, doch die Kaltschnäuzigkeit der Gastgeber sprach auch Bände an diesem Ostermontag Nachmittag. Die special teams auf beiden Seiten waren bisher noch nicht ausschlaggebend. München tat sich sehr schwer in die Formation zu gelangen, doch im zweiten Powerplay hintereinander klappte es, als Andy Eder in der 34. Spielminute im Doppelpass mit Ben Street genial abschloss. Die Freude währte nicht lange, bis Fabio Pfohl in der 35. Spielminute den Stretchpass unhaltbar verwertete und den alten Abstand wiederherstellte. Die Gäste hatten nun was zu knabbern in der Kabine, um im Schlussabschnitt endlich ihre zahlreichen Gelegenheiten umzumünzen.
Blitzstart von DeSousa
München kam willensstark und zielstrebig aus der Kabine und Chris DeSousa netzte nach nur 47 Sekunden ein. Da gab es wohl eine deftige Ansage von Headcoach Don Jackson. Die Marschrichtung der Gäste stand fest und Wolfsburg würde wohl auf ihre pfeilschnellen Konterspieler setzen. Die Begegnung befand sich auf des Messers Schneide und die Grizzlys vertrauten auf ihre Defensive und ihren sicheren Rückhalt.
Pucks wurden nun geschickt gechipt über die Bande, Schüsse geblockt und das eigene Haus gut verteidigt. Die Red Bulls hatten weiter ihre Chancen und Dustin Strahlmeier wuchs über sich hinaus bei seinen Rettungstaten: seine Kraken Arme und Beine ließen die Münchener schier verzweifeln, die nun zwei Tage später zuhause die Halbfinalserie entscheiden wollen.
Ehliz: „Es ist bitter für uns, wir haben gut angefangen, dann paar kleine Fehler gemacht und Wolfsburg hat dies ausgenutzt. Wolfsburg ist einfach effizienter, obwohl wir viel mehr Schüsse hatten. Die haben eine top Mannschaft, die spielen clever, fackeln nicht lange herum. Wir brennen auf das letzte Spiel.”
Morley: “It is a tight series until today, we got to get our job done in Munich. We play with speed, it is do or die game, we keep doing what we are doing and stay patient. Hopefully they get frustrated, you can have highs and lows, we stuck to our game plan. Strahli is our backbone throughout the whole season, he is a wall.“
Grizzlys Wolfsburg - EHC Red Bull München 3:2 (1:0|2:1|0:1)
Tore:
1:0 |18.| Trevor Mingoia (Archibald, Morley)
2:0 |22.| Tyler Morley (Murray, Pfohl)
2:1 |34.| Andy Eder (Street, Hager) PP1
3:1 |35.| Fabio Pfohl (Murray, Morley)
3:2 |41.| Chris DeSousa (Hager)
Haupt-Schiedsrichter: Rohatsch (GER) / MacFarlane (USA)
Zuschauer: 4.022
Deutsche Eishockey Liga (PENNY-DEL)
Die Deutsche Eishockey Liga (PENNY-DEL) ist die höchste deutsche Eishockey-Spielklasse und wurde im Jahr 1994 gegründet. Am Spielbetrieb nehmen 15 Proficlubs (Kapitalgesellschaften) teil und der aktuelle DEL-Rekordmeister sind die Eisbären Berlin mit 8 Meisterschaften.
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