(DEL/Straubing) (MA) Ein bayrisches Derby, das vieles zu bieten hatte, konnten die Tigers nach hartem Kampf für sich entscheiden. Wegbereiter des Sieges waren der zweifache Torschütze Jeremy Williams und der blendend aufgelegte Drew MacIntyre. Die Gäste bekamen durch 500 mitgereiste Fans Rückenstärkung, konnten aber ihr Übergewicht im zweiten Drittel nicht entscheidend nutzen und mussten sich am Ende mit der knappen Niederlage begnügen. Beide Trainer zeigten sich nach dem Spiel zufrieden mit der Leistung ihrer Teams, wobei Tom Pokel im Powerplay den Schlüssel zum Erfolg sah. Entwarnung gab es auch für die Verletzung von Mike Hedden der von einem Schläger im Gesicht verletzt wurde.

(Foto: Eva Fuchs)
Für gute Stimmung sorgten nicht nur die Fans beider Lager, sondern auch ein munteres Spiel auf dem Eis. Beide Goalies hatten mächtig zu tun im ersten Abschnitt. Guentzel für den AEV und Renner für die Tigers testeten schon mal zu Beginn die Reaktionsfähigkeit von MacIntyre und Roy. Das Spiel war auch von den Chancen her ausgeglichen. Mike Hedden hatte schon die Führung, bei seinem Alleingang, auf dem Schläger, genau so wie nur Sekunden später auch Matthew White für sein Team. Eine wunderbare Kombination führte zum 1:0 (10.) für die Straubinger. Kyle MacKinnon täuschte einen Schuß an der blauen Linie an, gab ab an Sam Klassen, der ein Auge für Oblinger hatte und dieser stand goldrichtig zum Abfälschen bereit. Roy hatte keine Sicht auf den Puck und somit auch keine Abwehrchance. Beinahe hätte die Führung nicht lange gedauert. Wieder tauchte der gefährliche Matthew White, nachdem er Dylan Yeo einfach stehen ließ, allein vor MacIntyre auf. Der riskierte alles und behielt die Oberhand. Kurz vor Ende des Drittels waren beide Schlußmänner noch einmal gefragt. Bei einem abgefälschten Schuß durch Thomas Brandl, reagierte Roy blitzschnell und auch der durchgebrochene Daniel Schmölz forderte alles von MacIntyre heraus. Somit blieb es bei der hauchdünnen Führung für die Niederbayern.
Der zweite Abschnitt begann mit einer Schrecksekunde für die Tigers. Mike Hedden wurde von einem Stock im Gesicht getroffen und ging sofort zu Boden. Blutüberströmt wurde er in den Sanitätsraum geführt und wurde ärztlich versorgt. Die Schiedsrichter berieten sich lange, denn der Arm der unparteiischen blieb beim Geschehen unten. Es gab im Anschluß keine Strafe für Augsburg zum Unmut der Straubinger Fans. Das Spiel wurde insgesamt ruppiger und die Schiedsrichter ließen die Spieler an die lange Leine. Augsburg wurde im Zuge dessen stärker, nahm das Heft des Handelns in die Hand. Dem Druck war nicht jeder bei den Tigers gewachsen. Dylan Yeo verlor die Scheibe an der gegnerischen blauen Linie und Matthew White tauchte plötzlich allein vor MacIntyre auf. Doch erneut blieb der Goalie in diesem Privatduell Sieger. In der 30. Minute wurde dann der Druck zu hoch und die Panther kamen zum Ausgleich. Levko koper reagierte gegen seinen direkten Gegenspieler zu lasch und dieser konnte den Pass von Aleksander Polaczek zum 1:1 verwerten. Augsburg blieb am Drücker, daß Team von Mike Stewart wollte schnell nachlegen. Erneut war man in der Abwehr unachtsam und Stieler tauchte frei im Slot auf. Sein Schuß verfehlte nur knapp das Ziel. Nachdem die Gastgeber einige harte Checks einstecken mussten, setzten sie sich immer mehr zu Wehr. Mit Erfolg wie man am Videowürfel nach Ende des zweiten Drittels sehen konnte. Denn die Tigers verließen das Eis erneut mit einem Vorsprung. Das 2:1 (37.) besorgte Jeremy Williams in Überzahl. Während White auf der Strafbank saß, nutzte Williams die Chance und hämmerte von der Halbposition den Puck unhaltbar in den Winkel.
Zum Schlussspurt war das Scheibenglück wieder auf Seiten der Tigers, dies wurde jedoch auch hart erarbeitet. Erneut trafen die Straubinger an diesem Abend in Überzahl und dabei war Jeremy Williams (44.) wieder der Torschütze. Durch die Übersicht von Mike Connolly wurde er in die Kombination mit einbezogen. Mit einem Direktschuß brachte er seine Farben auf die Siegerstraße. Beinahe hätte Levko Koper für einen Doppelschlag gesorgt. Wenige Sekunden nach dem Tor von Williams tauchte er allein vor Roy auf, dieser brachte seinen Schoner aber noch schnell genug in die Ecke. Die Panther bekamen die Möglichkeit den Spielstand wieder zu drehen. Gegen Mitte des Abschnitts leisteten sich die Niederbayern zwei Strafzeiten hintereinander. Bei der ersten kamen die Augsburger nicht ins Drittel und bei der zweiten Strafzeit, leistete Evan Trupp seinem Team einen Bärendienst. In Überzahl, in der eigenen Zone, direkt vor den Augen des unparteiischen foulte er den Angreifer der Tigers. Somit war diese Chance leicht vertan. Doch Trupp bekam die Gelegenheit zur Wiedergutmachung. Direkt mit Ablauf seiner Strafzeit wurde er mit einem Steilpass bedient und der mitgelaufene Mike Zalewski konnte sich nur mit einem Foul helfen. Statt Penalty gab es zwei Minuten für den Kanadier. Davon musste er nur 14 Sekunden in der Kühlbox verbringen. So schnell ging es mit dem 2:3 (56.) Anschlußtreffer durch Brandon Lamb. Coach Stewart nutzte eine weitere taktische Variante. Bei einem Icing der Tigers nahm er 2:30 Minuten vor dem Ende seinen Torhüter vom Eis und wechselte seine Powerplay-Formation ein. Doch der Tabellenletzte überstand diese gefährliche Situation. Stefan Loibl schnappte sich den Puck in der eigenen Zone, startete ein Solo von "Coast to Coast", ließ dabei seine beiden Gegenspieler wie Pylonen stehen und legte die Scheibe zum 4:2 (59.) Sieg ins Tor der Gäste. Das war ein wichtiger Heimsieg für die Tigers und ein schönes Weihnachtsgeschenk für ihre Fans. Die Anhänger der Panther nahmen es mit Humor und feierten ihr Team trotzdem. Nach dem Ende konnte Tom Pokel auch Entwarnung für die Verletzung von Mike Hedden geben. Er wurde nicht am Auge verletzt, sondern an der Schläfe. Glück im Unglück, für den sympathischen Angreifer der Tigers.
Spiel vom 23.12.2017
Straubing Tigers - Augsburg Panther 4:2 (1:0|1:1|2:1)
1:0 |10.|Alexander Oblinger Klassen, MacKinnon)
1:1 |30.|Trevor Parks (Polaczek) 4-4
2:1 |37.|Jeremy Williams (Connolly, Röthke) PP 1
3:1 |44.|Jeremy Williams (Madaisky, Connolly) PP 1
3:2 |56.|Braden Lamb (Leblanc) PP 1
4:2 |59.|Stefan Loibl - EN
Strafen:
Straubing 8 - Augsburg 8
Schiedsrichter:
HSR Daniel Piechaczek, Marian Rohatsch
LSR Gabriel Gaube, Andreas Hofer
Zuschauer: 4.887
Aufstellung:
Straubing Tigers: MacIntyre, Vogl - Jobke, Madaisky; Dotzler, Klassen; Yeo, Bettauer; Renner - Hedden, M. Zalewski, Mitchell;
Loibl, Connolly, Williams; Brandl, S. Zalewski, Röthke; Koper, MacKinnon, Oblinger
Augsburg Panther: Roy, Boutin - Valentine, Lamb; Tölzer, Guentzel; Rekis, Cundari; Dinger - White, LeBlanc, Parkes;
Davies, Stieler, Hafenrichter; Polaczek, Kretschmann, Detsch; Holzmann, Trupp, Schmölz

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