(DEL/Straubing) (MA) Im Monat Januar scheinen die Tigers seit letzter Saison eine kleine Übermacht zu sein. In jedem Spiel konnte gepunktet werden, ja sogar vier Spiele wurden glatt gewonnen. Dies sollte heute auch Schwenningen zu spüren bekommen. Straubing dominierte bis zum 3:0 Zwischenstand, machte es dann unnötig spannend und gewann dennoch verdient mit 5:2 zu Hause. Somit haben die Tigers beste Karten um die Playoffrunde zu erreichen.
Das Spiel Begann mit einer Schrecksekunde. Dimitri Pätzold der für den Verletzten Matt Climie im Tor stand, musste noch vor dem ersten Bully in die Kabine. Seine Kufe war beim einlaufen gebrochen. Es dauerte den Schiedsrichtern zu lange und somit musste Larry Mitchell gezwungener maßen Daniel Filimonov einwechseln. Der dritte Torwart der Tigers feierte somit unerwartet seine Premiere in der DEL. Zwar kam Pätzold nach fünf Minuten wieder zurück, da hatte aber Filimonov schon seine erste und einzige Glanztat hinter sich. Einen Schuss von Danner wehrte er per Kopf ab, schüttelte sich kurz und spielte weiter als ob nichts gewesen wäre. So kam das Nachwuchstalent Daniel Filimonov zu seinem ersten DEL-Einsatz für wenigstens fünf Minuten, bis Pätzold sich wieder zurückmeldete.
Um es kurz zu fassen, Schwenningen war im ersten Abschnitt körperlich Anwesend. Zu mehr reichte es nicht. Bei allen Zweikämpfen war man einen Schritt zu spät. Die Tigers ließen erst gar nicht viele Zweikämpfe aufkommen und sprühten gerade vor Spielfreude. Die Gäste waren bei fünf gegen fünf überfordert, in Unterzahl ebenfalls und das Überzahlspiel wollte auch nicht so recht klappen. Einzig die Szene von Andree Hult sei erwähnenswert. Sein Schuss verpasste nur knapp das Tor. Anders bei den Tigers. Ständig gab es eine freie Anspielstation, permanent war man in Bewegung. Das Resultat nach dem ersten Abschnitt war noch gnädig. Adam Mitchell (7.) von der blauen und Jamie Bettauer (20.) zwei Sekunden vor dem Ende sorgten für die Führung. Das beide Tore mustergültig heraus gespielt wurden, erklärt sich fast von selbst.
Im zweiten Abschnitt waren die Gäste bemüht das Spiel etwas offener zu gestalten. Schmölz hatte zu Beginn gleich eine sehr gute Chance vergeben, als Pätzold schon geschlagen schien, zielte er knapp über das Tor. Kurz darauf kam Danner zu einer ähnlichen Chance. Doch dann nahmen die Tigers wieder mehr das Heft in die Hand. Wieder rollte Zeitweise Angriff um Angriff auf Torhüter Strahlmeier zu. Maury Edwards Treffer zum 3:0 (32.) resultiert aus einem abgefangen Angriff durch Loibl und Miller. Mit zwei kurzen Pässen war Edwards frei gespielt und der hämmerte den Puck in den Winkel. Trotz der komfortablen Führung sollten sich die Tigers nicht zu sicher sein. Das weiß man aus der Vergangenheit und prompt erzielten die Wild Wings den 3:1 (37.) Anschluss durch Isvan Bartalis. Bei einem Konter kam Andree Hult gerade rechtzeitig von der Strafbank. Er bediente seinen Mitspieler und der Puck schlug im rechten oberen Winkel ein. Somit war es wieder etwas spannender und die Tigers bemühten sich in ihrer Paradedisziplin, dem Überzahlspiel, zum Erfolg zu kommen. Doch aus den bisher vier Möglichkeiten konnten sie kein Kapital schlagen. Das letzte Drittel musste die Entscheidung bringen.
Für die Tigers wäre es wichtig gewesen an das erste Drittel wieder anzuknüpfen. Das klappte erst einmal nicht. Die Gäste brachten sich immer mehr ins Spiel ein, kreierten Chancen was ihnen zwei Drittel lang nicht gelingen wollte. Aber Dimitri Pätzold war da. Nur einmal konnte er dann doch durch einen etwas glücklichen Treffer von Ulrich Maurer bezwungen werden. Bei einem Abpraller reagierte Maurer am schnellsten und die Scheibe trudelte über die Schulter von Pätzold ins Tor. Das Spiel stand auf einmal wieder auf Messers Schneide. Ausgerechnet Derek Whitmore, der lange Zeit von Larry Mitchell nicht berücksichtigt wurde und erst durch die Verletzung von Matt Climie wieder in die Mannschaft rückte, erzielte das so wichtige 4:2 (51.) für sein Team. Er konnte den Schuss von Dylan Yeo entscheidend abfälschen. Den Wild Wings fehlte in der verbleibenden Spielzeit die nötige Durchschlagskraft um noch mal ins Spiel zurückzukommen. Den Tigers war es schlichtweg egal, sie spielten souverän die Uhr runter und erzielten durch Adam Mitchell (59.) den 5:2 Endstand, nachdem wenige Sekunden zuvor Dustin Strahlmeier seinen Kasten zu Gunsten eines sechsten Feldspielers verlassen hatte.
Stimmen zum Spiel:
Pat Cortina (Schwenningen): "Straubing hat heute sehr gut begonnen, haben das Spiel lange klar bestimmt. Wir hatten zu viele Scheibenverluste was uns immer wieder vor Probleme stellte. In der neutralen Zone hatten wir auch unsere Probleme die Scheibe zu kontrollieren. Der Sieg geht verdient an Straubing."
Larry Mitchell (Straubing): "Wir haben eigentlich gut gespielt aber das Spiel wurde spannend im letzten Drittel. Dann kam das entscheidende Tor durch Derek Whitmore. Er hat lange warten müssen um wieder in die Mannschaft zu kommen, aber dafür immer hart gearbeitet und deswegen freut es mich für ihn. Auch für Daniel Filimonov habe ich mich gefreut. Es ist keine einfache Situation als Ersatztorwart auf der Bank zu beginnen und nachdem die Starting Six durchgesagt werden musste er für Dimitri Pätzold ins Tor. Das kam völlig unerwartet aber er war sehr ruhig, die Mannschaft war sehr ruhig und sie spielte von Beginn an so wie immer. Er bekam auch zurecht das Lob der Mannschaft ausgesprochen."
Spiel vom 20.01.2017
Straubing Tigers - Schwenninger Wild Wings 5:2 (2:0|1:1|2:1)
1:0 |07.|Adam Mitchell Bettauer, Renner)
2:0 |20.|James Bettauer (Connolly, Brandl)
3:0 |32.|Maury Edwards (Loibl, Miller)
3:1 |37.|Istvan Bartalis (Hult, Gysbers)
3:2 |48.|Ulrich Maurer (Samson, Acton)
4:2 |51.|Derek Whitmore (Schönberger, Yeo)
5:2 |59.|Adam Mitchell (Brandl, Hedden) EN
Strafen:
Straubing 2 - Schwenningen 8
Zuschauer:
4.202
Foto: (eishockey-online.de / archiv)