(DEL/Straubing) PM Die Straubing Tigers beenden ihre Negativserie mit einem beeindruckendem 5:2-Erfolg über den DEL-Rekordchampion Eisbären Berlin! Bei den Gäubodenstädtern war am heutigen Abend Derek Whitmore überzählig, Max Renner und Tim Miller fehlten verletzt. Gästetrainer Uwe Kruppe konnte nicht auf die Dienste von Florian Busch (Knie), Marcel Noebels (Kreuzbandriss) und Laurin Braun zurückgreifen.
Die Eisbären hatten die traditionellen "Pinktober-Jerseys" übergestreift, dies beeindruckte die Gastgeber aber herzlich wenig, denn sie legten los wie die Feuerwehr: Thomas Brandl wollte zu Beginn die Scheibe ins Tor "zwingen" (4. und 5. Minute) und scheiterte zweimal an Gästeschlussmann Petri Vehanen. Als dann Eisbär Bruno Gervais wegen Stockschlags zwei Minuten auf das Sünderbänklein musste, netzte Jeremy Williams zur 1:0-Führung ein (7. Min.).
In der Folge kamen die Freunde des gepflegten Faustkampfs auf ihre Kosten. Erst beförderte Nicholas Petersen Thomas Brandl äußerst unsanft zu Boden, daraufhin ließ sich Mike Cornell nicht zweimal bitten und schnappte sich den Übeltäter. Dies bedeutete zwei plus zehn für Petersen (übertriebene Härte) und einen "Zweiminüter" für Cornell. Kurze Zeit später kamen die Gäste zu ihrer ersten nennenswerten Möglichkeit durch Barry Tallackson. Sein One-Timer wurde aber sichere Beute von Matt Climie im Straubinger-Gehäuse (9. Min.). Ein paar Zeigerumdrehungen später legte Straubing im Powerplay in Person von Scott Timmins das 2:0 nach. Die tolle Vorarbeit leisteten Mike Connolly und Mike Cornell (10. Min.). Die Gastgeber waren nun deutlich obenauf und notierten weitere Chancen. In der 13. Spielminute wurde der Videobeweis bemüht, doch das dritte Tigers-Tor wollte nicht fallen. Kurz vor der ersten Pause markierte Berlin im Stile einer Spitzenmannschaft den ersten Treffer (Olver, 19. Min.) und schockte damit alle Tigers-Anhänger.
Berlin eröffnete den zweiten Durchgang schwungvoll und hätte durch einen Alleingang von Darin Olver beinahe ausgeglichen (22. Min.). Matt Climie zeigte sich aber auf dem Posten und konnte mit einer starken Parade glänzen. Im Gegenzug sorgte sein Gegenüber Petri Vehanen mit einem klasse Reflex gegen Steven Zalewski für Aufsehen. Vier Minuten später jubelten wieder Hauptstädter: Daniel Fischbuch war zur Stelle und sorgte für den 2:2-Ausgleich (27. Min.). Als Gegentreffer Nummer zwei verdaut war, konnte Mike Connolly allein vor Petri Vehanen aufkreuzen, diesen jedoch nicht überwinden (29. Min.). Es folgten Chancen hüben wie drüben (Fischbuch für Berlin sowie Edwards für Straubing), doch die Torhüter geizten mit starken Saves keinesfalls. Als gegen Ende des zweiten Drittels eine Überzahlsituation der Tigers abgelaufen war, gelang Mike Hedden auf Zuspiel von Adam Mitchell und Maury Edwards das 3:2 - der Pulverturm bebte und bejubelte die 3:2-Führung zur Pause!
Diesmal erwischten die Gastgeber den besseren Start und verzeichneten durch Kapitano Sandro Schönberger eine gute Chance. Doch Petri Vehanen präsentierte sich weiterhin als Meister seines Fachs. Straubing drückte weiter und kam durch das Solo von Dylan Yeo zur nächsten Möglichkeit. Aber auch diese blieb ungenutzt. Als diese Drangphase abgeebbt war, schickte sich Berlin an, eine Aufholjagd zu starten. Trotz aller Bemühungen gelang dem Anschütz-Club kein weiterer Torerfolg. Nun war die Mitchell-Truppe wieder an der Reihe und stellte gut vier Minuten vor Schluss in numerischer Überlegenheit auf 4:2! Steven Zalewski verwandelte den Pulverturm in ein Tollhaus!!! Jeremy Williams war kurze Zeit später auf und davon und musste sich dem herauseilenden Vehanen beugen. Nun nahm Berlin Torhüter Vehanen zugunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis, doch es half alles nichts: Die Tigers trafen ins verwaiste Gehäuse - Mike Hedden durfte seinen zweiten Treffer an diesem Abend bejubeln und versetzte ganz Straubing in Ekstase. Der Drops war gelutscht und der Tigers-Dreier definitiv Realität.
Fazit:
Mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung verdiente man sich den Heimerfolg vollumfänglich. Am Sonntag sind die Tigers in Ingolstadt zu Gast (14.00 Uhr) und wollen den Oberbayern einen beherzten Derbyfight liefern. "Wir hoffen, dass uns viele Fans begleiten und zum Sieg brüllen", appelliert Kapitän Sandro Schönberger im Vorfeld an die Schlachtenbummler der Gäubodenstädter.
Straubing Tigers 5:2 Eisbären Berlin Endstand (2:1,1:1,2:0)
Tore:
- 1:0 (06:23) Williams (Timmins, PP1)
- 2:0 (09:34) Timmins (Connolly, Sullivan, PP1)
- 1:2 (18:47) Olver (Ziegler, DuPont)
- 2:2 (26:01) Fischbuch (Olver, Petersen)
- 3:2 (39:11) Hedden (Mitchell, Edwards)
- 4:2 (55:26) Zalewski (Hedden, Mitchell)
- 5:2 Hedden (59:23) (Brandl, Schönberger, Empty-Net-Goal).
Eisbären Berlin:
Vehanen, Cüpper - Gervais, Adam, Wissmann, Hördler, Müller, DuPont, Baxmann, Braun C. - Petersen, Machacek, Hessler, MacQueen, Wilson, Tallackson, Rankel, Olver, Talbot, Ziegler und Fischbuch.
Straubing Tigers:
Climie, Pätzold - Madaisky, Yeo, Jobke, Bettauer, Edwards, Cornell, Sullivan - Brandl, Loibl, Zalewski, Timmins, Williams, Hartl, Oblinger, Connolly, Hedden, Schönberger, Mitchell und Röthke.
Strafen:
Eisbären Berlin: 22 Minuten
Straubing Tigers: 6 Minuten
Torschüsse:
Eisbären Berlin: 55
Straubing Tigers: 47
Schiedsrichter: Stephan Bauer & André Schrader
Linienschiedsrichter: Lukas Kohlmüller & Pascal Kretschmer
Zuschauer: 3.962
Foto: Birgit Eiblmaier