Eishockeygeschichte Kaufbeuren

Entstehungsgeschichte Kaufbeuren

ESV Kaufbeuren

Geschichte :

Lange stand der im Jahr 1946 gegründete Eissportverein Kaufbeuren im Schatten des übermächtigen Allgäuer Nachbarn des EV Füssen. Erst 1956 mische der ESV Kaufbeuren in der Oberliga-Süd mit. 1959 stellte der ESV Kaufbeuren neben dem VfL Bad Nauheim den ersten Aufsteiger überhaupt in die 1958 neugegründete 1.Eishockeybundesliga. Dort war für den ESV Kaufbeuren jedoch nicht viel zu holen, wie u.a. Das 0:28 gegen den EC Bad Tölz recht deutlich veranschaulicht. Der erste Abstieg des ESV Kaufbeuren war am letzten Spieltag durch das 3:7 beim Aufsteiger EC Bad Nauheim besiegelt. Unter dem Spielertrainer Xaver Unsinn, der ausgerechnet vom EV Füssen gekommen war, stieg der ESV Kaufbeuren schon eine Spielzeit später wieder in die 1.Eishockeybundesliga auf, in welcher sich der ESV Kaufbeuren nun einige Jahre behaupten und dreimal hintereinander sogar die Meisterrunde erreichen konnte. Die herausragende Sturmreihe zu dieser Zeit war mit Manfred Huber, der in der Spielzeit 1965/1966 gemeinsam mit Bad Nauheims Horst Philipp und Füssens Siegfried Schubert Torschützenkönig wurde, Walter Köberle und Alfred Lutzenberger bestens besetzt.

 

1967 war es dann aber auch mit der Herrlichkeit in Kaufbeuren vorbei. Trainer Xaver Unsinn, vom 1963 bis 1965 zusammen mit Markus Egen und Engelbert Holderied auch für die deutsche Nationalmannschaft zuständig, hatte den ESV Kaufbeuren verlassen. Unter dem glücklosen Nachfolger Dany Smit stieg der ESV Kaufbeuren wieder aus der 1. Eishockeybundesliga ab. Hierbei fehlten dabei dem ESV Kaufbeuren nur zwei magere Pünktchen zum Klassenerhalt. In der Folgezeit entwickelte sich der ESV Kaufbeuren zu einer reinen Fahrstuhlmannschaft, die zu schwach für die 1.Eishockeybundesliga und zu stark für die 2.Eishockeybundesliga war, und meist nach einem Aufstieg gleich wieder den bitteren des Abstiegs in Kauf nehmen musste. Bis zum Ende der 70iger Jahre ging es immer wieder „rauf und runter“, wobei man 1978, der ESV Kaufbeuren war wieder einmal souverän Zweitligameister geworden, erstmals aus finanziellen Gründen den Gang in die bittere Zweitklassigkeit antreten musste. Zwei Jahre später aber schien der ESV Kaufbeuren für den erneuten Aufstieg in das Oberhaus gerüstet. Die Brüder Adam und Kenneth Brown brillierten im Sturm und der von Ernst Trautwein trainierte ESV Kaufbeuren stellte mit 73:15 Punkten und sage und schreibe 353:165 Toren einen neuen Zweitligarekord auf.

 

Für den erneuten Versuch den Klassenerhalt in der 1.Eishockeybundesliga zu sichern wurde Mike Daski als Trainer verpflichtet, der mit einer Mannschaft ohne Stars, sieht man einmal vom jungen Dieter Hegen ab, nicht nur den Klassenerhalt, sondern auch den siebten Platz und somit die erstmalige Teilnahme an der Play-Off Runde sicherte. Mit dem gewissenhaften Trainer Florian Strida, der Ende der 60iger Jahre als Verteidiger in Kaufbeuren glänzen konnte, der für Mike Daski kam, und den Routiniers Vladimir Martinec und Bohuslav Stastny verpflichtete der ESV Kaufbeuren dann gleich absolute Spitzenkräfte vom HC Tesla Pardubice. Die große Spielzeit 1981/1982, die der ESV Kaufbeuren mit dem sechsten Platz abschloss, wurde nur vom Einsturz des Stadiondaches im Januar 1982 überschattet. Die Stadt Kaufbeuren übernahm die Reparaturkosten und die nächsten Heimspiele konnten bei den Nachbarn aus Füssen und Landsberg ausgetragen werden. Mit dem ESV Kaufbeuren ging es weiter bergauf. Der einstige Fahrstuhlklub mauserte sich zu einem angesehenen Mitglied der 1.Eishockeybundesliga. Trainer Florian Strida hatte die Wahl zwischen Vladimir Martinec, Bohuslav Stasty und Ladislav Hospodar, mit Gerhard Hegen stand ein Goalie der Extraklasse im Tor, in der Verteidigung sorgte die sog. „Kaufbeurer Stadtmauer“ mit Manfred Schuster und Dieter Medicus für klare Verhältnisse, während im Sturm neben dem jungen Dieter Hegen, der im Oktober 1983 mit nur 21 Jahren bereits sein 150. Bundesligator gelang, und vor allem die Brüder Harald und Klaus Birk für mächtig Wirbel sorgten. Die Mannschaft, in dem bis auf die drei tschechischen Stars nur waschechte Kaufbeurer standen, erreichte so 1984 erstmals das Play-Off Halbfinale. Nachdem man in der Zwischenrunde den Rivalen aus Oberbayern den SB DJK Rosenheim und den EHC Freiburg das Nachsehen gegeben hatte, scheiterten die Allgäuer erst nach fünf Spielen am späteren Meister EV Landshut. 1985 beendeten die Tschechen Vladimir Martinec und Bohuslav Stastny ihre aktiven Laufbahnen in Kaufbeuren, auch Trainer Florian Strida kehrte nach Pardubice zurück.

 

In Kaufbeuren setzte man weiter auf die tschechische Karte und holte dem Prager Dr. Richard Pergl, sowie die tschechischen Nationalspieler Frantisek Cernik und Vladimir Veith ein neues Dreigestirn die aber nie so recht in Kaufbeuren in die Gänge kamen und bereits nach nur einem Jahr wieder verkauft wurden. Mit den beiden neuen tschechischen Stürmern Pavel Richter und Karel Holy, die darüber hinaus auch noch Dieter Hegen nach Köln und die Brüder Birk nach Frankfurt ersetzen mussten, avancierte der ESV Kaufbeuren zum Überraschungsteam der Spielzeit 1986/1987. Lange mischte der ESV Kaufbeuren ganz vorne an der Tabellenspitze mit und die Zuschauer strömten in Massen in das Eisstadion am Berliner Platz und bildeten eine phantastische Kulisse, durch die die sensationellen Leistungen der jungen Mannschaft erst ermöglicht wurden. Auch die wirtschaftliche Lage in Kaufbeuren entspannte sich nun ein wenig, wenngleich wieder einmal im Play-Off Viertelfinale gegen den Mannheimer ERC Endstation war. In der kleinsten Bundesligastadt wandelte man stets am finanziellen Abgrund und die hoffnungsvollsten Kaufbeurer Talente mussten stets an die Konkurrenz verkauft werden. Der Vorstand bemühte sich stets wirtschaftlich solide zu handeln und ging finanziell keinerlei Risiko ein, bis das unbeliebte Image der „grauen Maus“ vor der Spielzeit 1988/1989 offenbar mit der Brechstange abgelegt werden sollte. Erstmals schlug der ESV Kaufbeuren mächtig auf dem Transfermarkt zu und leistete sich mit dem Wandervogel Martin Hinterstocker, David O´Brian, Kraig Nienhuis, Bohuslav Lang und Frank Gentges jedoch letztendlich nur Fehleinkäufe. Zudem ging der lange anhaltende Zusammenhalt der Mannschaft verloren, so dass am Ende der Horrorspielzeit 1988/1989 der Absturz in die 2. Eishockeybundesliga stand.


 



 

 

Dabei hätte im letzten Spiel der Qualifikationsrunde ein Sieg gegen den schwachen Krefelder EV gereicht, doch die Nerven der Spieler versagten und der ESV Kaufbeuren verlor vor heimischer Kulisse mit 2:3 und musste den erneut bitteren Gang in die Zweitklassigkeit antreten. Dass es dem ESV Kaufbeuren nach dem Abstieg dann nicht wie dem EC Bad Tölz und dem EV Füssen oder dem SC Riessersee erging, dafür zeichnete primär der neue Vorstand des ESV Kaufbeuren mit Präsident Ulf Jäkel und Peter Ustorf an der Spitze, der neue alte Trainer Florian Strida sowie die alten Haudegen Dieter Medicus und Manfred Schuster, die dem ESV Kaufbeuren auch weiterhin treu blieben, verantwortlich. Doch mit dem erhofften sofortigen Wiederaufstieg wurde nichts. Erneut verpasste man die 1. Eishockeybundesliga in allerletzter Minute. Statt gegen die Düsseldorfer EG, dem SB DJK Rosenheim oder dem Kölner EC ging es weiter gegen den EHC Klostersee, den EV Landsberg oder den SV Bayreuth. Immerhin hatte die neue Führungscrew des ESV Kaufbeuren auf finanzieller Ebene hervorragende Arbeit geleistet, so dass die Spielzeit 1989/1990 mit einem leichten Gewinn überstanden werden konnte. Und trotzdem, der beträchtliche Aderlass während der Saison (u.a. Dieter Medicus, Manfred Schuster, Martin Svejda, Riefler, Kauer und Andreas Ott), sowie einer kleinen Krise im Herbst 1990 schaffte der ESV Kaufbeuren im zweiten Anlauf die umjubelte Rückkehr in die 1. Eishockeybundesliga.

 

Logischerweise war nun der Kampf um den Klassenerhalt in Kaufbeuren angesagt. Um dieses Ziel zu erreichen rückte der einstige Publikumsliebling und Co-Trainer Vladimir Martinec zum Cheftrainer auf, wurden die Kanadier Michael „Mike“ Millar und Dan Daoust sowie Kenneth Karpuk, Daniel Held, Christian Gerum und Franz-Xaver Ibelherr eingekauft. Später stießen noch Torhüter Cestmir Fous und Stürmer Ladislav Lubina zur Mannschaft. Daneben trat bei der Junioren-WM erstmals ein junger Kaufbeurer Spieler ins Rampenlicht, der dem ESV Kaufbeuren nicht viel Freude bereiten sollte. Stefan Ustorf, Sohn des ehemaligen Kaufbeurer Trainer Peter Ustorf, bildete zusammen mit Andreas Naumann und Hans-Jörg Mayer sogar eine eigene Sturmreihe „Made in Kaufbeuren“. Durch einen zehnten Platz und vier Siege und fünf Spielen gegen den EV Landshut in der Play-Down war der Verbleib in der 1.Eishockeybundesliga unter Dach und Fach gebracht worden, und nach leichten Turbulenzen im Herbst 1992 schaffte der ESV Kaufbeuren unter Interimscoach den angestrebten Sprung in die Play-Off runde, in der der Kölner EC erwartungsgemäß doch eine Nummer zu groß war. Einziger Wermutstropfen in einer gelungenen Spielzeit 1992/1993 war, dass der Kaufbeurer Shootingstar Stefan Ustorf, um den sich auch die Topvereine der 1. Eishockeybundesliga gerissen hatten, in der dritten Runde des NHL-Entry Drafts als Nummer 53 von den Washington Capitals gezogen worden war. Somit war Stefan Ustorf nach Ulrich Hiemer und Uwe Krupp sowie mit Abstrichen Udo Kießling und Karl Friesen erst der fünfte deutsche Spieler, der den Sprung nach der A-WM 1992 in Italien, in die nordamerikanische Profiliga NHL schaffen sollte.

 

Der neue Trainer Peter Kathan hatte es in der Spielzeit 1993/1994 nach einem verkorksten Saisonstart an dem die durch einige Abgänge geschwächte Mannschaft lange zu knabbern hatte, zunächst nicht leicht. Die Fans des ESV Kaufbeuren forderten lautstark seinen Stuhl, doch nachdem sich die neuen Spieler, vor allem Axel Kammerer, Drahomir Kadlec und Timothy Ferguson ins Team eingefügt hatten, lief der Motor wieder rund und letztendlich schaffte Trainer Peter Kathan mit seiner doch ausgeglichenen Mannschaft mit dem achten Platz wieder den Einzug in die Play-Off Runde. Mit Hilfe eines neuen Torjägers, dem slowakischen Nationalspieler Otto Hascak, wollte man auf alte Erfolge aufbauen und ebenso dynamisch wie der schnittige Adler, im neuen Vereinslogo auf die Gegner herabstoßen, wenngleich das wirtschaftliche Überleben in der 1994/1995 neugegründeten Deutschen-Eishockey-Liga DEL an erster Stelle stand. Aber das Unternehmen des finanziellen Überlebens in der Deutschen-Eishockey-Liga DEL ging völlig daneben. Nach nur 15 Spielen und einer 3:15 Niederlage bei den Frankfurt Lions und einer 2:4 Heimniederlage gegen die Adler Mannheim gingen am 26.10.1997 in Kaufbeuren endgültig die Lichter aus. Die Kaufbeurer Adler meldeten Konkurs an und meldeten seine Mannschaft vom Spielbetrieb der Deutschen-Eishockey-Liga ab und starteten 1995 einen neuen Anfang im bayerischen Landesverband. Es folgten in Kaufbeuren Aufstiege statt und am 07.04.2002 wurde nach einem 4:2-Sieg gegen die Bad Aibling Dragodiles der Aufstieg in die 2.Eishockeybundesliga perfekt gemacht.

 

Auch wenn der ESV Kaufbeuren zunächst „nur“ in der 2.Eishockeybundesliga aktiv war Obwohl sich der ESV Kaufbeuren in den folgenden Jahren in der 2.Eishockeybundesliga etabliert hatte folgte eine katastrophale und chaotische Spielzeit 2006/07 mit 4 klangvollen Trainernahmen (Peter Ustorf, Jochen Koch, Dieter Medicus und zuletzt Michael-Brian Bullard) und letztendlich mit dem Abstieg in die Oberliga aufgrund einer verlorenen Play-Down-Serie gegen den ETC Crimmitschau. Im Februar 2008 folgte das nächste Novum im Allgäu. Der ESV Kaufbeuren verkaufte die Namenrechte des Eisstadions am Berliner Platz. Fortan heißt das Kaufbeurer Eisstadion Sparkassen Arena Kaufbeuren. Nebenbei konnten somit die finanziell stark angeschlagenen Verhältnisse auf 180.000 Euro aufgebessert werden. Die Oberligaspielzeit 2008/2009 schloss der ESV Kaufbeuren nach der Vorrunde mit einem erfolgreichen 4. Platz, jedoch hinter dem Rivalen der StarBulls Rosenheim ab. Im Play-Off Halbfinale der Oberliga traf man hier genau ausgerechnet auf den Lokalrivalen aus Rosenheim, den man mit 3:1-Siegen in das Saisonende schickte. Im Finale stellte sich der Überraschungsvorrunden Meister aus Peiting den Jokern in den Weg. Am Freitag, den 24.04.2009 war es dann soweit. Mit einem 4:2-Heimsieg und somit den 3.Sieg in der Play-Off Finalserie Best of Five) gelang dem ESV Kaufbeuten die viel umjubelte Rückkehr in die 2.Eishockeybundesliga. Von 2009 bis 2012 erreichte man sogar das Play-Off Viertelfinale, ehe man im Jahr 2014 erstmals wieder in die Abstiegsrunde musste, jedoch den Klassenverbleib schaffte. 2014/15 wurde man dann im Schatten der Diskussionen um ein bundesligataugliches Eisstadion als Ersatz für das marode und unter statischen Mängeln leidene Eisstadion in Kaufbeuren, überraschend klar Tabellenletzter und musste in die Play-Downs, die man in der 1.Runde gegen die Roten Teufel Bad Nauheim mit 2:4-Spielen verlor. Im Play-Down Finale siegte man gegen die Heilbronner Falken 4:2-Spielen und schaffte somit den notwendigen Klassenverbleib in der DEL2, so daß man dem Absturz in die Oberliga-Süd gerade nocheinmal so verhindern konnte. In Sachen neues Eisstadion in Kaufbeuren konnte mittels Bürgerentscheid am 18.01.2015 mit 60,01 % "Ja"-Stimmen deutlich gemacht werden, daß in Kaufbeuren ein 20 Mio € teurer Neubau eines profitaugliches Eisstadion notwendig ist und nach endlosen Streitigkeiten gebaut werden kann.


 


 

 

bisherige Logos in Kaufbeuren:

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