Eishockeygeschichte Crimmitschau

Entstehungsgeschichte Crimmitschau

ETC Eispiraten Crimmitschau

 

Geschichte :

Bereits seit 1927 wurde in der sächsischen Textilstadt der schwarzen Schreibe nachgejagt. Der HC Crimmitschau konnte jedoch lange Zeit nur eine untergeordnete Rolle im Konzert der großen Vereine aus Weißwasser und Berlin spielen. Anfang der 30iger Jahre wurde man dreimal mitteldeutscher Meister und nahm somit 1937 sogar an der Endrunde um die deutsche Eishockeymeisterschaft teil, wo man jedoch an Blau-Weiß Dresden früh scheiterte. Dies ändert sich erst nach dem Zweiten Weltkrieg, als den favorisierten Eishockeycracks aus Weißwasser die ersten Neuzugänge seit vielen Jahren zugefügt werden konnten. Am 1.März 1939 wurde dann der HC Crimmitschau gegründet. Die erste Ostzonenmeisterschaft gewann der HC Crimmitschau im Jahr 1948/1949. Die von Gerhard Kießling und dem späteren DDR-Nationaltorhüter Rudolf Schneider angeführte SG Frankenhausen aus dem nördlichen Teil der Stadt holte den Meistertitel.

 

Die SG Pleißengrund Crimmitschau blieb nur der zweite Platz. Hierbei wurde auf einer Natureisbahn unterhalb einer Autobahnbrücke gespielt, dort, wo mittlerweile ein Busparkplatz sein Zuhause gefunden hat. Mit Gerhard Kießling, der einer Legende nach Walter Ulbricht das Schlittschuhlaufen beigebracht haben soll, holte die SG Crimmitschau 1950 auch den ersten offiziellen DDR-Meistertitel. Es folgten etliche Umbenennungen in Crimmitschau. 1948 BSG Pleißengrund, 1951 BSG Textil Pleißengrund, 1953 BSG Turbine Crimmitschau, dann BSG Fortschritt und BSG Motor Crimmitschau, 1960 ASK Vorwärts Crimmitschau sowie BSG Vorwärts Crimmitschau und 1970 BSG Einheit Crimmitschau. Dann begann die Vorherrschaft von Kristall, Ostglas, Chemie oder Dynamo, wie auch immer Weißwasser, während für die BSG bzw. BSG Wismut Frankenhausen 1954 das Aus kam. Man wurde durch die DDR-Sportführung einfach nach Chemnitz verlegt.

 

In der Stadt übernahm nun die BSG Turbine Crimmitschau die Vorherrschaft, die aber ebenfalls durch die DDR-Sportführung nach Berlin delegiert wurde. Nach einigen weiteren völlig unübersichtlichen Umstrukturierungen des DDR-Eishockeys tauchte zu Beginn der 60iger Jahre der ASK Vorwärts Crimmitschau auf, der seinem Namen alle Ehre beweisen sollte. Hinter den beiden Dynamoklubs aus Berlin und Weißwasser etablierte sich der ASK Vorwärts Crimmitschau als dritte Kraft im DDR-Eishockey. Spieler, wie Peter Koble, waren bei den Erfolgen des Nationalteams 1961 und 1963 mit von der Partier und da man seit 1964 auch über das schmucke Kunsteisstadion am Sahnepark verfügte, konnte nun auch die Nachwuchsarbeit im Crimmitschau vorangetrieben werden. So wurde der ASK Vorwärts Crimmitschau im Jahr 1969 DDR-Jugend- und Schülermeister. Augenzeugen erinnern sich mit einem verdächtig feuchten Glanz in den Augen an Freundschaftsspiele gegen die Nationalteams aus Kanada und Schweden im Sahnepark. 10.000 Zuschauer quetschten sich in den Sahnepark, hingen auf Bäumen oder standen auf Leitern. 1970 war dann jedoch der Spaß in Crimmitschau vorbei. Nach erneuter Anordnung der DDR-Sportführung durfte in Crimmitschau auf Leistungsbasis kein Eishockey mehr gespielt werden. Um das Eishockey in Crimmitschau doch am Leben zu erhalten, wurde daraufhin die BSG Einheit Crimmitschau gegründet, die von der Stadt und den örtlichen Betrieben nach besten Kräften unterstützt wurde. Somit blieb Crimmitschau auch während der „Puck-Prohibition“ eine Eishockeyhochburg.


 



 

 

Die BSG Einheit Crimmitschau konnte eine komplette Mannschaft ins Rennen schicken, von denen sich der SC Dynamo Berlin stets gerne bediente. Die BSG Einheit Crimmitschau ging als „ewiger Zweiter“ in die Geschichte des DDR- Eishockeys ein. Nach der politischen Wende kehrte man am 07.Februar1990 zum alten Namen BSG Crimmitschau zurück und am 01.Mai 1990 wurde dann der ETC Crimmitschau geboren, der ab dem 03.Oktober 1990 auch offiziell ETC Crimmitschau hieß. Der ETC Crimmitschau wurde in seiner Anfangszeit von Gerhard Kießling beraten. Vor 5.000 Zuschauern gewann das weiterhin vom Altinternationalen Dieter Kratsch betreute Team das erste Spiel in der Bayernliga gleich mit 2:1 gegen den SV Gendorf. Danach purzelte der ETC Crimmitschau jedoch schnell in den Abstiegskampf.

 

Es wurde ein schweres erstes Jahr in der Bayernliga. Die Mannschaft um Kapitän Rainer Steinbock musste sich erst einmal finden, schließlich hatte man 20 Jahre kein „echtes“ Ligaspiel absolviert. Als nach der ersten Halbserie die Tschechen Karel Novotny und Zdenek Kominicek eingekauft wurden, ging es wieder aufwärts und über die Relegation sicherte man sicher den Klassenverbleib in der Bayernliga. Für den nach Chemnitz wechselnden Karel Novotny kam 1991 der Torjäger und Publikumsliebling Jaroslav Havlicka. Daneben leistete man sich mit dem Torhüter Peter Heidinger einen dritten Ausländer. Nachdem man sich nun langsam an die neuen Verhältnisse gewöhnt hatte, schaffte der ETC Crimmitschau dann souverän den Aufstieg in die Regionalliga und spielte zudem gegen den ERC Haßfurt um die bayerische Meisterschaft. Nach der knappen 5:6-Niederlage in Haßfurt folgte vor geschätzten 7.500 Zuschauern im Sahnepark mit einem 8:5 nach Penaltyschießen und holte somit tatsächlich den Titel des bayerischen Meisters nach Sachsen.

 

Mit dem neuen Trainer Rolf Bielas war in der Regionalliga nicht mehr als der Klassenerhalt angesagt. Bei einem Abstieg in der Spielzeit 1991/1992 wäre der ETC Crimmitschau direkt in die Landesliga Sachsen abgerutscht. Zweimal legte der ETC Crimmitschau bedingt durch die damaligen mangelhaften Trainingsmöglichkeiten im Herbst, einen katastrophalen Fehlstart hin, zudem versagten einigen Spielern in wichtigen Spielern die Nerven. Doch letztendlich sollte es für Crimmitschau mit dem Klassenerhalt reichen. Weiterhin gab für der daraus folgenden Bewerbung für die 2.Eishockeybundesliga-Süd keine Probleme geben. Es folgten magere Jahre in Sachsen, was schließlich mit Ende der Spielzeit 2004/2005 mit dem Abstieg aus der 2.Eishockeybundesliga in die Oberliga enden sollte. Der ETC Crimmitschau verblieb jedoch nur einem Jahr in der Oberliga.

 

In der Spielzeit 2006/07 war der ETC Crimmitschau wieder in der 2.Eishockeybundesliga. Der Schock kam jedoch während der Sommerpause 2009. Die ESBG verweigerte dem ETC Crimmitschau am 03.Juli 2009 die Spiellizenz für die 2.Eishockeybundesliga. Dennoch erhielten die Eispiraten nachträglich mit Hängen und Würgen die Spielgenehmigung für die 2.Eishockeybundesliga 2009/2010.



 

 

bisherige Logos in Crimmitschau:

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